Donnerstag, 31. Januar 2019

[Rezension] Die Flucht - Tatjana Gräfin Dönhoff

INFORMATION

Originaltitel: Die Flucht
Genre: Historical Fiction
Erstveröffentlichung: 2007, Deutschland
Seitenzahl: 350
Verlag: Bloomsbury Berlin

BEWERTUNG


INHALT


Lena, Gräfin von Mahlenberg, hat ihrer Heimat in Ostpreußen schon vor vielen Jahren den Rücken zugekehrt, um ihre uneheliche Tochter Vicky großzuziehen, während sie als Lehrerin in Berlin arbeitet. Es ist das Jahr 1944 und über Berlin tobt der 2. Weltkrieg. Nur wenige Tage nachdem sie Vicky aus Angst vor den Bomben wegschicken musste, erfährt sie, dass ihr Vater krank ist und sie nach Mahlenberg zurückkehren muss, um das Gut zu leiten. Doch die Lage in Ostpreußen ist angespannt. Die rote Armee rückt immer weiter vor und zieht eine Spur aus Verwüstung und Gräueltaten nach sich. Lena sieht sich gezwungen ihren Kindheitsfreund Heinrich, den Grafen des Nachbarguts und einem hochrangigen Offizier zu heiraten, und das obwohl ihr Herz eigentlich dem französischen Kriegsgefangenen Francois gehört, der auf Mahlenberg für die Zwangsarbeiter verantwortlich ist. Erst als die Lage fast aussichtslos ist, begreift sie, dass sie und ihre Gutsleute dem sicheren Tod in die Augen sehen, wenn sie es nicht schaffen eine Treckerlaubnis zu kriegen und nach Westen zu flüchten...

MEIN REVIEW


Gleich zu Anfang muss ich sagen, dass ich den Film, auf dem das Buch basiert, nicht gesehen habe. Und auch über die Zustände in Ostpreußen während des 2. Weltkriegs weiß ich rein gar nichts. Doch auch ohne diesen Hintergrund hat mich das Buch sehr gefesselt. Lenas Schicksal und das Schicksal ihrer Gutsleute hat mich mitgerissen und berührt. Ihre Flucht über tausende von Kilometern von Ostpreußen bis nach Thüringen war eine Reise der Angst und des Grauens, wie man sie sich gar nicht vorstellen kann.

Gerade die Einzelschicksale der einfachen Leute, die im Buch nur als Nebenfiguren auftreten, fand ich sehr gut beschrieben, denn im Gegensatz zu Lena besaßen sie nicht die Privilegien des Adels und haben Dinge erlitten, die in der Realität damals wohl an der Tagesordnung waren. Wer nicht schnell genug geflüchtet ist und den Russen in die Hände fiel, wurde ermordet, vergewaltigt oder gequält. Und die Seite der Deutschen war nicht besser, denn sie zwangen die Menschen in ihren Dörfern zu bleiben, andernfalls würden sie als Verräter hingerichtet werden. Das Buch hat diese schreckliche Lage und die fast unmöglichen Entscheidungen, vor denen die Leute standen, meiner Meinung nach sehr gut beschrieben.

Auch Lenas persönliche Geschichte hat mir gefallen. Sie war eine starke Frau und diese Stärke und Entschlossenheit wurden unter eine harte Probe gestellt. Mit einem Mal musste sie wieder eine Gräfin sein und einen Haufen verängstigter Menschen und Kriegsgefangener anführen. Dabei war sie auch noch hin- und hergerissen zwischen ihrer verbotenen Zuneigung zu Francois und ihrem Pflichtbewusstsein gegenüber Heinrich.

Allerdings hatte ich oft das Gefühl, dass ihr die Dinge zu leicht gelangen und sie im Gegensatz zu ihren Freunden nichts Schlimmeres durchleiden musste als zu lange auf einem Pferd zu sitzen. Sie genoss nicht nur den Schutz ihres Adelstitels, sondern auch den zweier Männer, die sie verehrten. Ein Schutz, den beispielsweise ihrer besten Freundin Babette nicht zuteilwurde und die grausam von den Russen vergewaltigt wurde. Stellenweise fand ich das Buch auch etwas gefühllos geschrieben. Der Einblick in Lenas Empfindungen bleibt manchmal sehr oberflächlich, gerade ihre Gefühle für Francois und Heinrich wurden nicht überzeugend dargestellt.

Insgesamt fand ich die Erzählung und die Geschehnisse dennoch sehr beeindruckend. Ich kann das Buch echt weiterempfehlen, auch wenn man sich nicht übermäßig für Geschichte interessiert, denn es beschreibt einen Teil der Vergangenheit, der nicht in Vergessenheit geraten sollte.

Mittwoch, 30. Januar 2019

[Rezension] FederLeicht - Marah Woolf

INFORMATION

Originaltitel: FederLeicht (FederLeicht-Saga #1)
Genre: Urban Fantasy, Romance
Erstveröffentlichung: 2014, Deutschland
Seitenzahl: 300
Verlag: Self-Published
Reihe: FederLeicht-Saga (Teil 1)

BEWERTUNG


INHALT


Die 17-jährige Eliza lebt zusammen mit ihrem Zwillingsbruder Fynn, ihrer Mutter und ihrer abergläubischen Großmutter in einer kleinen Stadt in Schottland. Ihre größten Probleme sind Grace, die zickige Freundin ihres Bruders, und Frazer, ihr Schwarm aus der Schule, mit dem sie noch nie wirklich ein Wort gewechselt hat. Und nun, da sie die Aufgabe erhalten hat die Regie für das Theaterstück Tristan und Isolde zu führen erhält sie endlich ihre Chance. Denn Tristan wird von niemand anderem als Frazer gespielt. Doch diese Probleme verblassen, als sie im Wald neben ihrem Haus ein magisches Portal entdeckt, dass sie in die Welt der Elfen führt. Dort soll sie für die Elfenkönigin Larimar eine wichtige Aufgabe erfüllen - eine gestohlene Schneekugel aus der Menschenwelt zurückholen. Dabei zur Seite stehen ihr Sky, ihre beste Freundin, und Cassian, ein arroganter blinder Elfenkrieger, der alles andere als begeistert ist sich um ein Menschenmädchen kümmern zu müssen.

MEIN REVIEW


Von dieser Reihe hatte ich im Vorfeld viel gehört und habe mich auf das Lesen sehr gefreut. Leider wurde ich ziemlich enttäuscht und werde nach diesem Buch die Reihe auch nicht weiterlesen. Ich vermute das Buch war an eine etwas jüngere Zielgruppe gerichtet, auch wenn die Charaktere schon fast im Erwachsenenalter waren.

Ich hatte sowohl die Haupt- als auch die Nebencharaktere als sehr kindlich empfunden. Ihre Probleme drehten sich größtenteils um Hausaufgaben, nervige Eltern und den neuesten Schwarm aus der Schule. Obwohl mir Eliza und vor allem Cassian sympathisch waren, konnte ich mich deswegen einfach nicht in ihre Perspektive reindenken. Gefallen hat mir allerdings der Schlagabtausch zwischen Eliza und Cassian und ihre sich dann doch irgendwie anbahnende Freundschaft.

Leider konnte mich auch das Worldbuilding nicht beeindrucken. Mir hat die Idee mit dem magischen Portal im Wald sehr gut gefallen, ich mag solche Geschichten einfach. Aber über die Welt hinter dem Portal erfährt man nicht viel. Man erfährt nichts über die Kreaturen, die in dieser Welt leben, die Kultur oder Geschichte des Elfenvolkes oder irgendwelche anderen Orte als die Hauptstadt der Elfen. Das fand ich schade, denn an dieser Stelle war viel Potential vorhanden.

Immer wieder wurde das Theaterstück "Tristan und Isolde" in die Handlung eingeflochten. Von den Schul-Theaterstücken war das schon irgendwie ein Klassiker, weswegen mir die eingebauten Proben ziemlich gut gefallen haben. Das Geschehen insgesamt wurde mir aber oft zu schnell und belanglos abgehandelt, die Überleitungen zwischen den Kapiteln wirkten oft ungelenk. Und ich hätte mir eindeutig gewünscht, dass einige der Nebencharaktere wie Raven und Rubin nicht so schnell eingeführt werden, denn da hatte ich am Ende schnell den Überblick verloren.

Insgesamt kann ich das Buch eher für die Jüngeren empfehlen. Ich denke im Alter von 12 Jahren hätte es mir richtig gut gefallen, denn die unterliegende Handlung ist spannend und schlüssig.

Dienstag, 29. Januar 2019

[Rezension] Die Gabe der Weitseher - Robin Hobb

INFORMATION

Originaltitel: Assassin's Apprentice (Farseer-Trilogy)
Deutscher Titel: Die Gabe der Weitseher
Genre: High Fantasy
Erstveröffentlichung: 1996, USA
Seitenzahl: 600
Verlag: Penhaligon (Deutsch)
Reihe: Die Chronik der Weitseher (Teil 1)

BEWERTUNG


INHALT


Der junge Fitz ist der Bastardsohn des Prinzen Chivalric und damit hat er nicht nur die geheimnisvolle magische Gabe der Herrscherfamilie geerbt, sondern auch eine prekäre Stellung am Hof des Königs. Mit 6 Jahren wird Fitz zur Burg des Königs gebracht und muss seinen Platz finden, am Anfang zwischen den Hunden und Pferden im Stall, später zwischen den Brüdern seines Vaters, dem pflichtbewussten Prinzen Veritas und dem ehrgeizigen Prinzen Edel. Und während er aufwächst, wird die Bedrohung durch die mysteriösen Roten Korsaren immer ernster. Fitz erhält vom König eine Stellung am Hof, doch dafür muss er ihm seine absolute Treue schwören und diese Treue kommt mit einem Preis. Fitz erlernt das Handwerk des Tötens und als er seinen ersten Auftrag kriegt, wird seine Moral auf eine harte Probe gestellt...

MEIN REVIEW


Mir hat das Buch sehr gefallen. Der Hauptcharakter Fitz war sehr sympathisch und da man seine Geschichte von Anfang an, seit er 6 Jahre alt ist, verfolgt, erhält man einen tiefen Einblick in seine Beweggründe und die Ursachen seiner Taten und Gefühle. Die Nebencharaktere waren alle auch sehr gut ausgearbeitet und durch die empathische Art von Fitz, kann man ihre Handlungen sehr gut nachvollziehen. Vor allem Burrich, der Stallmeister, der Fitz aufgezogen hat; Chade, der geheime Lehrmeister von Fitz; und Prinz Veritas haben mir gefallen, aber auch Prinzessin Philia, die Frau von Prinz Chivalric und Molly, Fitz' Freundin aus der Burgstadt.

Auch die Bedrohung durch die Roten Korsaren fand ich sehr gut in die Geschichte eingeflochten. Während sie am Anfang nur im Hintergrund war, gewann sie im Laufe der Jahre immer mehr an Bedeutung, bis Fitz selbst mit den Auswirkungen der Angriffe konfrontiert wurde und in den Geschehnissen mitwirkte. Besonders der seltsame Zauber mit dem die überfallenen Menschen in eine Art von Zombies verwandelt wurden, empfand ich als eines sehr interessante und gruslige Idee. Teils hatte man das Gefühl, dass Fitz in einer postapokalyptischen Welt unterwegs ist!

Ein weiterer Punkt, der sehr gut gelungen war: Die politischen Intrigen. Nicht auf den Niveau von Game of Thrones, aber realistisch und verwirrend, sodass man gar nicht anders kann als mit Fitz mitzufiebern, der am Anfang nur ein Spielball dieser größeren Mächte ist. Ich bin sehr gespannt auf die Fortsetzungen, in denen Fitz vermutlich aktiver ins Geschehen eingebunden ist. Die gesamte Geschichte ist aus der Perspektive eines älteren Fitz geschrieben, der eigentlich über die Geschichte des Landes schreiben will und deswegen die Ereignisse in seiner Kindheit und Jugendzeit rekapituliert. Ich empfand diese Art einer Erzählweise sehr erfrischend und interessant, man hat gleichzeitig etwas über die Welt erfahren, in der Fitz lebt und erhielt einige düstere Andeutungen über sein Schicksal...

Das Einzige, was es zu bemängeln gibt, ist dass das Buch manchmal zäh zu lesen war und die Handlung für einige Zeit nicht voranschritt. Vor allem als Fitz sich durch seine sinnlose magische Ausbildung kämpfte, hatte ich das Gefühl, das einfach nichts Relevantes passiert. Ansonsten kann ich das Buch aber sehr empfehlen. Es gehört zu den Klassikern der Medieval Fantasy und jeder der an Intrigen und Geheimnissen Gefallen findet, wird dieses Buch mit Begeisterung lesen.

Freitag, 25. Januar 2019

[Rezension] Die Auswahl - Ally Condie

INFORMATION

Originaltitel: Matched (Matched #1)
Deutscher Titel: Die Auswahl (Cassia & Ky)
Genre: Dystopia, Young Adult
Veröffentlichung: 2010, USA
Seitenzahl: 450
Verlag: FJB (Deutsch)
Reihe: Cassia & Ky (Teil 1)

BEWERTUNG


INHALT


In der Zukunft wird dein Lebenspartner und die Liebe deines Lebens durch die Auswahl bestimmt. Bei diesem Prozess erhalten die Jungen und Mädchen einen Mikrochip mit Informationen über den für sie ausgewählten perfekten Partner. Cassia hat Glück - bei ihrer Auswahl wird ihr bester Freund Xander erwählt, den sie ohnehin schon ihr halbes Leben kennt. Doch als sie den Mikrochip öffnet, zeigt er das Gesicht von Ky, einem geheimnisvollen Jungen aus ihrer Nachbarschaft. Und Ky ist eine Aberration, was bedeutet, dass er eigentlich vom Auswahlprozess ausgeschlossen ist. Obwohl Cassia weiß, dass sie ihn vergessen sollte, fühlt sie sich zu Ky hingezogen und deckt Geheimnisse auf, die besser im Verborgenen hätten bleiben sollen.

MEIN REVIEW


Obwohl der Anfang mich fesseln konnte, begann die Handlung rasch dahinzuplätschern, was sich bis zum Ende des Buches leider nicht mehr ändert. Es passierte rein gar nichts außer einer Beschreibung des normalen Lebens eines Teenager-Mädchens, das sich nicht zwischen zwei Jungen entscheiden kann. Interessantere Ereignisse werden nur angedeutet, leider kümmert sich Cassia um nichts anderes als ihren Alltag und versucht auch keine eigenen Antworten auf offene Fragen zu finden. Man erfährt überhaupt nichts über den Hintergrund dieser Gesellschaft, außer dass sie aus den Ruinen unserer Gesellschaft entstanden ist und von den Funktionären kontrolliert wird.

Es entsteht einfach keine Spannung. Die aufregendsten Geschehnisse bestehen darin, dass Cassia ihr Artefakt verliert, heimlich Gedichte liest und Zeichnungen auf Servietten anstarrt, die ihr Ky gegeben hat. Dazwischen geht sie ins Kino und in die Schule und zur Arbeit. Selbst das Finale wirkt ebenso grau und leblos wie der Rest des Buches. Ein positiver Aspekt ist, dass es sich sehr leicht und schnell lesen lässt, sodass man zumindest nicht ewig an den Ausführungen über Kys neueste Servietten-Zeichnung hängt. Ich vermute es sollte Spannung dadurch aufkommen, dass Cassia und Ky etwas Verbotenes tun, aber es gleicht leider eher einer verbotenen Schulromanze als einem Akt der Rebellion. Xander nimmt Cassias Betrug auch einfach hin, als hätte er keine Emotionen.

Als sehr positiv habe ich allerdings die Idee des Auswahlprozesses und das Konzept dieser scheinbar perfekten Gesellschaft empfunden, es ist ein interessantes Gedankenspiel. Deswegen werde ich auch die Fortsetzungen lesen, in der Hoffnung dass die Handlung dann Fahrt aufnimmt und der Hintergrund der Welt ausgebaut wird.

Donnerstag, 24. Januar 2019

[Review] Neverwhere - Neil Gaiman

INFORMATION

Original Title: Neverwhere (London Below #1)
German Title: Niemalsland
Genre: Urban Fantasy
First Published: 1996
Pages: 370

RATING


CONTENT


Richard Mayhew lives a totally ordinary life as he moves to London. His biggest problems are handing in his work report in time and appeasing his easily annoyed fiancée Jessica. All of that changes as he finds a bleeding girl named Door on the streets and brings her to his flat. Hunted by two villians named Mr. Croup and Mr. Vandemar, who have killed her family not long ago, she seeks help from a shady old friend, the Marquis de Carabas. And Richard gets pulled along into a part of London he has never seen before. And suddenly his old life doesn't exist anymore. No one recognizes him, not his work collagues, not his girlfriend, not a single person on the streets seems to even be aware of his existence. In order to get back his old life he has no other option then finding Door again and surviving in the harsh world of London Below....

MY REVIEW

(ATTENTION: SPOILER!)

Praised by authors and readers, I finally had the urge to read the book that's one of the classics of urban fantasy. And I wasn't disappointed! Neil Gaiman enthralled me with an imaginative, fantastical tale about a secret, underground part of London full of magic and mythical beings.

In the beginning I thought the book was very weird and not particulary good. I didn't like the main character; the sudden changes from which point of view the story was told, annoyed me, and I had no idea in general what was going on. But as I kept reading the story got more structure and more likable characters appeared. I also really liked the writing style, it was funny, light and still poetic and detailed. I loved the ideas and descriptions of London Below, the Swimming Market, the Rat Speakers, the new interpretations of the Knightsbridge, Earls Court, Black Friars and Shepherds Bush - which are boring underground stations in reality. London Below is a place full of dirt, grime, trash and people who have fallen through the cracks. It's a cruel, dark and dangerous place and Richard has to learn fast to stick close to his companions in order to survive.

I also really liked the side characters. Door, an orphan girl who has the unique ability to open doors out of nothing; the Marquis de Carabas, her unwilling protector who knows London Below better than anyone else; Hunter, their female bodyguard who is obsessed with killing the Beast of London; and the secretive Angel Islington (also an underground station in reality). The author even managed to make the villains likable through their own point of view.

My only complaint is the main character. It really took me time to warm up to Richard. He is the typical boring young adult with a life that consists of a boring job, an empty relationship and friendships you can't rely on. And he has the personality to match this life. He is whiny, fearful, has no backbone (he doesn't even have the guts to stand up to his demanding girlfriend) and also sees no point in changing anything about his life for the better. He does nothing by himself and has no problem with being the punching bag for everyone. But although he is not my type of protagonist, he was a well written character with a huge character development over the story. Which is why I really liked the ending. Richard finally got what he wanted all the time - his old life back. But as he started to live this life he realized it wasn't what he wanted anymore. Now the prospects of working a boring job for the rest of his life, getting a new girlfriend, and eventually moving with her to a suburb and starting a family, seemed utterly empty to him. And so he returned to London Below, a life between the cracks.

I especially liked the chapter in which Richard had to question his own sanity and the author implied the protagonist could have imagined all of London Below and was in reality wandering since weeks aimlessly through the streets of London like a homeless man. All in all this book was one of the best reads I had so far this year.

Montag, 14. Januar 2019

[Review] Die rote Königin - Victoria Aveyard


INFORMATION

Originaltitel: Red Queen (Red Queen #1)
Deutscher Titel: Die rote Königin
Genre: Dystopia, Young Adult
Erstveröffentlichung: 2015, USA
Seitenzahl: 380
Verlag: Carlsen (Deutsch)
Reihe: Die Farben des Blutes (Teil 1)

BEWERTUNG



INHALT


Mare Barrow ist fast 18 Jahre alt und hat keine Arbeit und damit ist ihr Schicksal besiegelt. In wenigen Monaten wird sie der Armee von Norta beitreten, um wie ihre Brüder und ihr durch Verletzungen an den Rollstuhl gefesselter Vater in einem aussichtslosen Krieg gegen das Nachbarreich zu kämpfen. Denn sie ist eine Rote und die Roten unterliegen der Herrschaft der Silbernen, die mit ihren übernatürlichen Fähigkeiten und ihrem silbernen Blut mühelos über die Roten herrschen und sie als Arbeiter und Kanonenfutter missbrauchen können. Mare hat sich ihrem Schicksal gefügt, doch als ihr bester Freund Kilorn seine Arbeit verliert und ihm dasselbe Schicksal droht sieht sie sich zum Handeln gezwungen. Sie erhält eine Anstellung am Königshof, wo im Moment die Königinnenkür abgehalten wird, um die neue Königin für den Prinzen Cal auszuwählen. Doch dann passiert das Unglaubliche: Mare scheint über die Fähigkeiten der Silbernen zu verfügen und das obwohl sie rotes Blut besitzt. Plötzlich in eine Silberne verwandelt und mit dem Prinzen Maven verlobt, wird sie in eine Welt gestoßen in der sie keinen Platz hat - und ihre Herkunft um jeden Preis verheimlichen muss.

ANDERE BÄNDE DER REIHE











MEIN REVIEW


Ich war sofort von dem Setting begeistert, eine düstere knallharte Welt mit einem grausamen Schicksal für die Menschen, die mit 18 Jahren keine Arbeit gefunden haben und zum Sterben in die Schützengräben geschickt werden. Mares Verzweiflung um ihre eigene Zukunft und die ihres Freundes Kilorn waren deutlich zu spüren und haben mich berührt. Auch die übernatürlichen Kräfte der Silbernen haben mir sehr gut gefallen. Die Ereignisse wurde schnell spannend mit guten Plot-Twists und einem richtig guten Ende.

Leider wurde das gute Potential nicht genutzt. Die Beschreibungen der Welt, in der Mare lebt, blieben blass und flüchtig. Man erfuhr kaum etwas über die Vergangenheit und die Hintergründe der Silbernen, außer dass einige Gebiete radioaktiv verstrahlt sind, was einen zurückliegenden verheerenden Atomkrieg andeutet. Dabei hatte die Autorin die beste Gelegenheit dazu diesen Hintergrund einzubringen als Mare Geschichtsunterricht von Julian bekam! Auch der Schreibstil der Autorin hat mir in dem Zusammenhang nicht gefallen, er war weder besonders detailliert noch abwechslungsreich, sodass alle Orte und Szenen am Ende irgendwie gleich aussahen.

Ein weiteres Problem waren die Nebencharaktere. Bis auf einige wenige Ausnahmen blieben sie komplett blass und zweidimensional. Vor allem von Mares Familie und ihrem Freund Kilorn erfährt man nicht viel. Ihre Interaktionen mit Mare erschienen mit sehr emotionslos und schnell abgewickelt. Von den beiden Prinzen hat mir ohne Zweifel Maven besser gefallen, allgemein war er mein Lieblingscharakter und auch der interessanteste Charakter in diesem Buch und vermutlich auch der Grund warum ich die Serie weiterlesen will. Sein schmaler Grad zwischen seiner Scharade und seinem wahren Charakter waren sehr gut dargestellt. Sein älterer Bruder Cal dagegen wirkte ebenso langweilig wie Kilorn und alle anderen unwichtigeren Charaktere, deren Namen ich schon wieder vergessen habe.

Mein größtes Problem von allen bestand in Mare selbst. Als Hauptcharakter war ich mit ihr einfach überhaupt nicht warmgeworden. Sie war aus meiner Sicht größtenteils egoistisch und hat gehandelt, bevor sie über die Konsequenzen dieses Handelns nachgedacht hat. Und dann hatte sie Schuldgefühle, weil einige Leute für ihre Dummheit mit dem Leben bezahlen mussten. Was es allerdings nicht wieder gutmacht. Für keinen der anderen Charaktere schien sie größere Gefühle aufbringen zu können, weder für ihre Familie, ihren besten Freund noch für die beiden Prinzen, die sie angeblich lieben sollte. Stattdessen dachte sie meist nur an sich selbst und spielte sowohl mit Cals als auch mit Mavens Gefühlen. Da die beiden Brüder sind und Maven sogar ihr offizieller Verlobter, war das eine umso schlechtere Angewohnheit. Im Laufe des Buches hätte ich sie manchmal echt schütteln können für ihre egozentrische Sicht.

Zum Glück konnte ich dank des gut ausgearbeiteten und interessanten Plots über diese Schwächen hinwegsehen und hatte Spaß beim Lesen. Ich habe zwar das Gefühl, dass Mare mich in den Fortsetzungen nur noch mehr aufregen wird, aber ich werde der Serie trotzdem eine Chance geben. Jemand, der mit dem Hauptcharakter richtig mitfiebern kann, wird bestimmt viel Gefallen an dem Buch finden!

Samstag, 5. Januar 2019

[Rezension] Whiteout - Anne von Canal

INFORMATION

Originaltitel: Whiteout
Genre: Friendship, Adult
Erstveröffentlichung: 2017, Deutschland
Seitenzahl: 186
Verlag: Mare

BEWERTUNG


INHALT


Die Polarforscherin Hanna ist mit vier Kollegen in die Antarktis aufgebrochen, um Eisbohrungen durchzuführen. Ursprünglich war es ein Kindheitstraum, den sie mit ihrem Bruder Jan und ihrer besten Freundin Fido geteilt hatte, nachdem die Geschichte von Scott und Amundsen sie in ihren Bann gezogen hat. Doch der gemeinsame Traum zerbrach, als Fido ihnen plötzlich und ohne ein Wort des Abschieds den Rücken zukehrte. Nun, 20 Jahre später, bekommt Hanna in der Weite des ewigen Eises eine Email von ihrem Bruder über Fidos Tod, und wird mit ihren Erinnerungen und ihrer Enttäuschung konfrontiert. Es fällt ihr immer schwieriger sich auf ihre Arbeit zu konzentrieren und dann bricht ein Schneesturm über das Camp herein...

MEIN REVIEW


Mir hat das Buch im Großen und Ganzen gefallen. Der Schreibstil der Autorin gab tiefe Einblicke in Hannas Gedanken und Gefühle und ich war beim Lesen sehr emotional berührt. Die Geschichte wurde in zwei Zeitlinien erzählt, die Gegenwart in der Antarktis und dann die Vergangenheit in dem Dorf, in dem Hanna, Jan und Fido aufgewachsen sind aus Hannas Erinnerungen. Am Schreibstil fand ich die metaphorische Sprache sehr gut, die Abwesenheit von Anführungszeichen bei der wörtlichen Rede aber echt nervig, es fiel mir teils schwer zu erkennen, wer was gesagt hat. Zusammen mit den manchmal verwirrend konstruierten Sätzen, war es eher schwer zu lesen, aber für 180 Seiten ließ es sich aushalten.

Meine Interpretation der Geschichte war, dass es zwar Hannas Traum war Polarforscherin zu werden, aber nicht der ihrer Freunde und sie das nicht akzeptieren wollte. Fido wollte ihren eigenen Weg gehen, aber wusste dass Hanna das vermutlich nicht verstehen würde und ist einfach abgehauen, um eine Konfrontation mit Hanna zu vermeiden. Aus dem Buch geht hervor, dass Hanna das anscheinend immer noch nicht verstanden hat. Die Enttäuschung über Fidos Verschwinden sitzt immer noch tief, vermutlich weil Hanna sonst niemanden in ihrem Leben hat, mit dem sie ihre Träume teilen kann. Sie war in dieser Hinsicht kein sympathischer, aber ein sehr authentischer Charakter, mit dem ich dennoch mitfühlen konnte.

Leider werden diese Vermutungen im Buch nie aufgeklärt. Man erfährt nie, wie Fido nun gestorben ist und warum sie letzten Endes gegangen ist ohne ein Wort zu sagen und was sie mit ihrem Leben gemacht hat und warum weder sie noch Hanna versucht haben irgendwann wieder Kontakt aufzunehmen. Für den Leser bleibt Fido nur eine Erinnerung von Hanna, man erfährt nie die andere Seite der Geschichte, obwohl sich im Buch schon abzeichnete, dass Fido ein wesentlich härteres Leben geführt hatte als die Geschwister. Das fand ich ziemlich enttäuschend am Ende des Buches. Ich hatte es ausgelesen und dachte "Was, das wars schon?". Ich hatte mich auf eine interessante Erklärung gefreut und wusste nicht wirklich, was die Aussage des Buches sein sollte.
 
Impressum
Datenschutz
Über mich
Blog Design by Ipietoon