Mittwoch, 24. April 2019

Ich bin nun auf WordPress

Hallo liebe Leser,

Längere Zeit habe ich hier nichts von mir hören lassen und leider auch nicht mehr auf anderen Seiten kommentiert.

Das hatte den Grund, dass ich seit Ende Februar in einer ziemlichen Krise wegen meinem Studium gesteckt habe. Um es zuzugeben, es lief schon seit einigen Semestern nicht mehr so gut. Nachdem ich Ende letzten Semesters wieder mehrfach durch eine Klausur gefallen bin und beim besten Willen trotzdem keine Motivation fürs Lernen aufbringen konnte, habe ich erkannt, dass es Zeit ist über meine Studiengangswahl nachzudenken.

Inzwischen steht fest, dass ich nun etwas anderes machen werde :)

Dank meiner Blog-Pause hatte ich auch nochmal viel Zeit um über die Konzeption von meinem Blog nachzudenken. Ich hatte ein bisschen mit WordPress herumprobiert und schließlich entschieden, dass ich die Plattform wechseln will.

Hier kommt ihr zu meinem neuen Blog: https://weltentaenzerin.home.blog/

Warum ich mich für WordPress entschieden habe, könnt ihr in meinem ersten Blogpost dort nachlesen. :)

Liebe Grüße, Aurora

Sonntag, 24. Februar 2019

[Rezension] Die kleinen Wunder von Mayfair - Robert Dinsdale

INFORMATION

Originaltitel: The Toymakers
Deutscher Titel: Die kleinen Wunder von Mayfair
Genre: Urban Fantasy
Erstveröffentlichung: 2018
Seitenzahl: 450
Verlag: Knaur (Deutsch)

BEWERTUNG


INHALT


Es ist das Jahr 1906. Cathy Wray ist 15 Jahre alt, schwanger und verzweifelt. Da entdeckt sie eine Zeitungsanzeige für eine Stelle als Verkäuferin in Papa Jacks Emporium, dem einzigartigsten und magischsten Spielzeugladen von London, direkt im Herzen von Mayfair. Alleine läuft sie weg und lässt ihr altes Leben hinter sich, um in die magische Welt des Emporiums einzutauchen. Rasch schließt sie das Emporium ins Herz, ebenso wie Kapsar und Emil Godman, die beiden ungleichen Söhne des legendären Spielzeugmachers Papa Jack. Doch zwischen Kapsar und Emil besteht eine lebenslange Rivalität, nicht nur um den Rang des besten Spielzeugmachers und damit dem Anrecht auf das Erbe ihres Vaters, sondern auch um Cathy. Und nachdem Cathy ihr Tochter Martha zur Welt gebracht hat und die Welt in den Schrecken des Krieges versinkt, droht die wachsende Feindschaft der Brüder das Emporium für immer zu zerstören...

MEIN REVIEW


Dieses Buch ist in so vielen Aspekten ungewöhnlich und genauso magisch, wie es klingt! Es ist gleichzeitig hoffnungsvoll und bitter realistisch, fantasievoll und historisch korrekt, es zeigt die hellen wie die dunklen Seiten im Leben. Eine Warnung habe ich allerdings, es ist kein Buch, dass sich einfach in einem Rutsch durchlesen lässt und auch kein Buch, dass sich in einem kurzen Zeitraum abspielt. Es zeigt die Lebensgeschichte von Cathy von einem kleinen Mädchen bis zur alten Frau. Aber dafür ist es ein Buch, dass einem nicht so einfach wieder aus den Gedanken geht.

Cathys verzweifelte Situation als schwangeres, unverheiratetes Mädchen ist nur der Anfang. Man kann ihre Geschichte und damit die Geschichte des Emporiums, der Godman-Brüder und von Papa Jack verfolgen bis zum bitteren (und zum Glück doch schönen) Ende. Dabei erhält man nicht nur einen tiefen Einblick in die Magie, die die Spielzeuge des Emporiums schließlich zum Leben erweckt, sondern auch in Cathys außergewöhnliche Romanze.

Als Hauptfigur mochte ich Cathy sofort. Ebenso Kaspar und Papa Jack, einem ehemaligen Schreiner aus Russland. In der Mitte des Buches wird die Atmosphäre deutlich ernster und erwachsener als Kaspar in den 1. Weltkrieg ziehen muss und traumatisiert zurückkommt. In Folge wird ein Ereignis passieren, dass Cathys Leben für immer prägen wird...

Emil dagegen war eine sehr traurige Figur, nicht unbedingt sympathisch, aber doch nachvollziehbar. Immer musste er im Schatten seines Bruders stehen und konnte nie die Magie bewirken, die Kaspar so mühelos von der Hand geht. Und dann, als Kaspar fort ist, bekommt er endlich alles was er sich ersehnt hat - das Emporium und Cathy an seiner Seite. Und doch gelingt es ihm nicht damit wahres Glück zu finden. Das was er schließlich getan hat, um dieses Glück zu erzwingen, war unverzeihlich.

Die Ideen in diesem Buch haben mich voll überzeugt! Am besten hat mir Sirius, der lebende Patchworkhund gefallen, und natürlich die Spielzeugsoldaten, die plötzlich ein eigenes Bewusstsein entwickelt haben. Dem Autor gelingt es wirklich die Magie in diesem Buch zum Leben zu erwecken und von Anfang bis zum Ende vor historischer Kulisse eine fantasievolle Atmosphäre hervorzurufen. Im Zentrum steht dabei immer die Idee des Spielzeugs, dass die Erwachsenen bezaubern und wieder zu Kindern werden lassen kann.

Mein einziger Kritikpunkt ist, dass mir die Ereignisse manchmal zu gefühllos dargestellt wurden. Da hätte man, gerade im hinteren Teil des Buches, als die Jahre dann recht schnell voranschritten, mehr aus Cathys Perspektive herausholen können. Es war dann doch recht schwer sich plötzlich in sie hereinzufinden, wenn man sie noch von kurz zuvor als Mädchen und Martha als kleines Kind kannte. Aber das wird durch die einzigartige Atmosphäre wieder wettgemacht. Ich kann dieses Buch echt weiterempfehlen, etwas Vergleichbares habe ich noch nie gelesen! Ich fand hier wurde echt eine neue Idee in sehr guter Weise umgesetzt.

Dienstag, 19. Februar 2019

[Rezension] Paradox - Philipp P. Peterson

INFORMATION

Originaltitel: Paradox - Am Abgrund der Ewigkeit
Genre: Science-Fiction
Erstveröffentlichung: 2015, Deutschland
Seitenzahl: 450
Verlag: Self-Published, Bastei-Lübbe

BEWERTUNG


INHALT


Der junge Wissenschaftler David Holmes stößt bei seiner Doktorarbeit auf eine seltsame Anomalie im Flug der Voyager II-Sonde, als der Kontakt zu ihr beim Verlassen des Sonnensystems abreißt. Angeheuert von dem futuristischen Unternehmen Centauri ist er plötzlich Teil einer ehrgeizigen Mission. Unter Führung des vorlauten NASA-Astronauten Ed Walker, dem letzten Kommandanten der verschrotteten ISS, soll eine Crew aus vier Menschen bis zum Rand des Sonnensystems vorstoßen, um den Weg zur interstellaren Raumfahrt zu ebnen. Die Wahrheit, die sie in den Weiten des Alls finden, ist unglaublicher als alles, was die Menschheit ausmacht. Und während ihrer gefahrvollen Mission driftet die Erde langsam auf einen unausweichlichen Atomkrieg zu...

MEIN REVIEW

(VORSICHT: SPOILER!)

Und ich habe ein weiteres Highlight des Monats gefunden! Mit Paradox ist dem Autor ein spannender und philosophischer Hard-SF-Roman gelungen, der eine der wichtigsten Fragen beantwortet, die die Menschheit sich stellen kann: Sind wir allein im Universum?

Das Buch ist sehr wissenschaftlich geschrieben und enthält besonders viele Details zur Raumfahrttechnik und dem Leben eines Astronauten. Das empfand ich als sehr spannend und interessant zu lesen. Bereits am Anfang des Buches kommt eine starke Spannung auf, als Eds letzte Mission auf der ISS geschildert wird, die nach einem Unfall in einer haarscharfen Bruchlandung endet. Danach geht es die erste Hälfte des Buches um die Vorbereitung der neuen Mission und Davids Ausbildung zum Astronauten. Dadurch bekommt einen tiefen Einblick in die Vorgänge hinter den Kulissen der Raumfahrtbehörden.

Auch die zukünftige Weltpolitik fand ich sehr realistisch dargestellt. China und die USA liefern sich einen Kalten Krieg mit Stellvertreterkriegen in Afrika, der allmählich droht in einem heißen Krieg zu enden. Um die Raumfahrt kümmert sich da niemand mehr wirklich, außer das von dem an Elon Musk angelehnten Visionär Wyman geleitete Unternehmen Centauri. Dieses hat es geschafft den bisher theoretischen Antimaterie-Antrieb in die Realität umzusetzen, sodass eine bemannte Sonde in kurzer Zeit bis zum Rand des Sonnensystems und darüber hinaus geschickt werden kann. Die Erläuterungen des Antimaterie-Antriebs sind dabei auch auf den aktuellen Stand der Wissenschaft begründet. Ein großes Lob an den Autor für die detaillierte und wissenschaftlich genaue Umsetzung!

Die zweite Hälfte des Buches befasst sich mit dem Verlauf der Mission. Die dabei aufgeworfenen philosophischen Fragen wurden gut in das Buch eingeflochten. Die Crew entdeckt schließlich eine anscheinend künstlich entstandene Kugel mitten im Weltraum. Kurz darauf bricht der Kontakt zur Erde ab und seltsame Vorfälle häufen sich. Gerade zum Ende hin wurde das Buch dadurch extrem spannend.

Die Hauptcharaktere wurden überzeugend dargestellt. Zwischen dem eher unsicheren, introvertierten David und dem etwas ungehobelten, meinungsstarken Ed bestand ein schöner Kontrast. Beide Charaktere hatten neben der Mission auch mit ihren persönlichen Problemen zu kämpfen. Während David seine Klaustrophobie bezwingen musste, stand Eds Ehe auf dem Spiel. Der Rest der Crew setzte sich aus der homosexuellen Centauri-Ingenieurin Grace und Eds altem ISS-Crewmitglied Wendy zusammen.

Das Ende (Vorsicht: Spoiler !!) hat mir fast am besten von dem Buch gefallen. Es stellt sich heraus, dass unser gesamtes Sonnensystem in eine riesige Dyson-Sphäre aus selbstreplizierenden Nanomaschinen gehüllt ist, die im Inneren einen natürlichen Sternenhimmel projizieren, um zu verbergen, dass bereits alle Sterne der Galaxis in diese Sphären gehüllt sind. Aus diesem Grund können die Signale der interstellaren Sonden nicht mehr zur Erde vordringen. Das fand ich einen sehr unkonventionellen und neuen Ansatz für die Lösung des Fermi-Paradoxons. (Dieses beschäftigt sich mit der Frage, warum die Menschheit immer noch nicht mit Alien-Zivilisationen in Kontakt getreten ist, obwohl die Galaxie von diesen wimmeln müsste.)

Die Sphäre ist von einer außerirdischen, künstlichen Intelligenz bewohnt. Diese enthüllt auch den Nutzen des Netzwerks aus Sphären: Durch ihre gigantische Rechenleistung sollen sie das möglicherweise bald bevorstehende Ende des Universums durch einen Phasenübergang verhindern, indem sie ein neues stabileres Universum erschaffen. Neben diesem Unterfangen scheinen die Probleme der Menschheit zu verblassen. Die Intelligenz interessiert sich weder für das Schicksal der gestrandeten Crewmitglieder, noch das der vor dem Atomkrieg stehenden Menschheit. Als die Crew es wagt ein letztes Signal an die Erde zu übermitteln, werden sie von der Intelligenz getötet. Am Ende stellt sich heraus, dass das Signal nicht vollständig angekommen ist. Allen Verhandlungen zum Trotz tritt der Atomkrieg ein.

Das Schicksal der Menschheit bleibt damit in dieser sehr düsteren, aber leider auch realistischen Zukunftsversion offen. Es würde sich anbieten, eine Fortsetzung der Geschichte zu schreiben, doch auch als Einzelband konnte mich dieses Buch in allen Aspekten überzeugen.

Sonntag, 17. Februar 2019

[Rezension] Selection - Kiera Cass

INFORMATION

Originaltitel: Selection (The Selection #1)
Deutscher Titel: Selection (Selection #1)
Genre: Dystopia, Romance
Erstveröffentlichung: 2012, USA
Seitenzahl: 370
Verlag: Sauerländer (Deutsch)
Reihe: Selection (Teil 1)

BEWERTUNG



INHALT


America Singer aus dem futuristischen Land Illeá wünscht sich nichts sehnlicher als ihren Freund Aspen heiraten zu können. Doch ihr Glück steht unter einem schlechten Stern, denn Aspen gehört einer niedrigeren Kaste an als sie und abseits des Wohlstands der höheren Klassen ist das Leben hart und von Hunger und Arbeit geprägt. Eine einzigartige Chance diesem Schicksal zu entrinnen, bietet sich als Prinz Maxon, der Thronfolger des Landes, nach seiner zukünftigen Königin sucht. Alle Mädchen des Landes können am Casting teilnehmen. America kann es kaum glauben, als sie als eine der 35 Erwählten in den Palast gebracht wird, um den Prinzen für sich zu gewinnen. Von der Idee mit den anderen Frauen um seine Gunst zu buhlen ist sie alles andere begeistert. Bis der Prinz ihr zeigt, dass wesentlich mehr in ihm steckt als ein herablassender Schönling...

MEIN REVIEW


Mit diesem Buch habe ich glaube ich mein Monats-Highlight gefunden. Vom Klappentext her hätte ich gar nicht gedacht, dass mir diese Art von Dystopie so gut gefällt, aber die Geschichte und die Charaktere konnten mich einfach unglaublich mitreißen! Ich kann es gar nicht erwarten, die Fortsetzung zu lesen. Zum Glück ist die Reihe schon vor einigen Jahren erschienen und bereits komplett erhältlich.

Am besten haben mir die zwischenmenschlichen Beziehungen gefallen. Sowohl die Beziehung zwischen Aspen und America, als auch zwischen America und Maxon wirkten sehr authentisch und realistisch. Ich fand es sehr gut geschildert wie America zuerst voller Vorurteile gegen Maxon war, aber dann erkannt hat, dass doch mehr in ihm steckt und dass sie vielleicht doch mehr Gefühle für ihn entwickelt hat als Freundschaft. Auch dass Maxon trotz seiner Gefühle immer noch daran gedacht hat, dass er am Ende die beste Königin für sein Land und sein Volk wählen muss, fand ich bloß realistisch. Gerade das hat ihn sehr verantwortungsbewusst rüberkommen lassen.

Die Charaktere waren mir bis auf Aspen alle sympathisch. Ich hätte zwar gern ein bisschen mehr über Americas Familie erfahren, aber insgesamt waren die Nebencharaktere gut ausgearbeitet. Gerade die anderen Erwählten und ihre Interaktionen mit America empfand ich sehr natürlich, vom Zickenkrieg bis zu den geschlossenen Freundschaften. Auch der Hintergrund von Illeá und das System mit den Kasten und den entsprechenden Regeln fand ich interessant. Mehr hätte ich gern über die beiden verschiedenen Rebellengruppen erfahren, die im Buch auftauchen, aber ich denke, das wird in den Folgebänden noch eine größere Rolle spielen.

Die spannende Handlung lässt einen das Buch nicht aus der Hand legen. Insgesamt ließ es sich schnell und locker in einem Rutsch durchlesen. Americas romantische Verwicklungen stehen im Vordergrund, aber das geht eigentlich schon aus dem Klappentext hervor. Ich bin natürlich ein großer Fan von ihr und Maxon, gerade dass sie ihre Beziehung zuerst als Freundschaft begonnen haben und sich nicht beim ersten Blick ineinander verliebt haben, fand ich so toll an dem Buch. Und das Cover ist echt wunderschön!

Samstag, 16. Februar 2019

[Rezension] Fluss der Wunder - Ann Patchett

INFORMATION

Originaltitel: State of Wonder
Deutscher Titel: Fluss der Wunder
Genre: Science, Adult
Erstveröffentlichung: 2011, USA
Seitenzahl: 380
Verlag: Bloomsbury Berlin

BEWERTUNG


INHALT


Dr. Marina Singh ist 42 Jahre alt und arbeitet bei dem Pharmaunternehmen Vogel als Wissenschaftlerin im Bereich der Pharmakologie, obwohl sie eigentlich Gynäkologin werden wollte. Als ihr Kollege Anders Eckman bei dem Auftrag die eigenwillige Wissenschaftlerin Dr. Swenson, Marinas alte Mentorin, im Amazonasurwald aufzustöbern, stirbt, soll Marina die Wahrheit über seinen Tod herausfinden. Allein bricht sie nach Brasilien zum Stamm der Lakaschi auf, eine Reise, die sie an die Grenze ihrer Fähigkeiten bringen wird und sie mit den Ängsten ihrer Vergangenheit konfrontiert.

MEIN REVIEW


Über dieses Buch habe ich sehr gemischte Gefühle. Erstmal würde ich es weniger als Abenteuerroman, sondern eher als Wissenschaftsroman einstufen. Es werden sehr viele wissenschaftliche Hintergründe angesprochen, unter anderem über die Pharmaindustrie und Pharmaforschung. Da dies meiner Studienrichtung entspricht, habe ich natürlich alle Details verstehen können und hatte auch großes Interesse daran mehr über Dr. Swensons Forschungen zu erfahren.

Ich konnte mich nie entscheiden, ob ich Marina leiden kann oder nicht. Ich finde sie hatte ein sehr trauriges, leeres Leben und hing größtenteils in ihren Erinnerungen an vergangene Ereignisse fest. Im Grunde genommen gibt es nichts in ihrem Leben außer ihrer Arbeit als Wissenschaftlerin und ihrer gefühlslosen Affäre mit Mr. Fox, dem Manager ihres Unternehmens, den sie immer nur beim Nachnamen anspricht und der 20 Jahre älter ist als sie. Ihr indischer Vater war vor vielen Jahren gestorben. Dieser begegnet ihr immer wieder in ihren durch das Antimalariamittel Lariam bedingten Albträumen.

Durch die langwierige Beschreibung von Marinas Gedanken, Albträumen und Alltag gewinnt man zwar einen genauen Einblick in ihr Leben, aber muss sich auch durch einen sehr unspannenden Anfang quälen. Gerade ihre Beziehung mit Mr. Fox empfand ich irgendwie als abstoßend. Aus dem Buch ging hervor, dass Marina wohl gern Kinder und eine Familie gehabt hätte, aber diese Träume nach einem verheerenden Fehler als Geburtsärztin aufgegeben hat. Für Anders hegte sie romantische Gefühle, obwohl er eine Frau und drei Kinder hatte.

Neben Marinas persönlicher Geschichte stand die Forschung an den Lakaschi im Vordergrund. Es stellte sich heraus, dass Dr. Swenson nicht nur an einem Malariaimpfstoff forschte, sondern auch an einem Fruchtbarkeitsmittel, dass es Frauen ermöglichen könnte bis ins hohe Alter Kinder zu kriegen. Dr. Swenson war ohne Zweifel der interessanteste und beeindruckenste, wenn auch nicht sympathischste Charakter in diesem Buch. Inzwischen über 70 Jahre alt hatte diese Ärztin und Ethnobotanikerin ihr gesamtes Leben der Wissenschaft gewidmet und versuchte nun die Entwicklung des Malariaimpfstoffs vor der Pharmaindustrie geheimzuhalten, während sie gleichzeitig ein grauenvolles Selbstexperiment für ihr Fruchtbarkeitspräparat durchführte. Ihr Beispiel entsprach wohl dem Wissenschaftler, der sich selbst komplett für die Forschung aufopfert.

Die Lakaschi, ein Stamm von Amazonas-Ureinwohnern, wurden auch sehr interessant dargestellt. Nach Marinas Ankunft im Urwald benötigt sie eine Weile, um sich an das Leben bei ihnen zu gewöhnen. Das Pharmaunternehmen um Mr. Fox wurde als kapitalistischer Gegenpol zu Dr. Swensons Bemühungen etwas für das Allgemeinwohl zu tun dargestellt. Marina stand irgendwo dazwischen und konnte sich nicht entscheiden, für welche Seite sie arbeiten soll, bis zu dem Punkt, dass es schien als hätte sie überhaupt keine Meinung dazu.

Insgesamt hatte das Buch sehr aktuelle und interessante Inhalte, was die Pharmaforschung und das Leben von Wissenschaftlern im Allgemeinen betrifft. Leider war mir der Anfang viel zu langsam und belanglos und das Ende viel zu schnell. Auch mit Marina als Hauptcharakter konnte ich mich nicht anfreunden, sie war mir oft zu passiv und hatte anscheinend keinerlei Pläne oder Träume für ihre Zukunft. Dementsprechend offen blieb auch das Ende.

Freitag, 15. Februar 2019

[Design] Neuerungen im Februar

Da ich nun endlich Semesterferien habe und auch der Großteil der Klausuren hinter mir liegt, habe ich mich mal hingesetzt und den Blog etwas überarbeitet. Irgendwann würde ich gern noch ein eigenes Favicon haben, aber ansonsten bin ich nun echt zufrieden mit dem Design und plane schon das nächste Projekt. ^-^ Es freut mich unglaublich, dass mein Blog schon ein paar Leser gefunden hat und ich möchte mich an der Stelle mal bei allen bedanken, die bei meinen Posts Kommentare hinterlassen! Damit hätte ich echt nie gerechnet, als ich hier angefangen habe ein bisschen rumzubloggen!

PAGES


Ich habe die Über mich-Seite ein bisschen übersichtlicher in Form eines Interviews gestaltet und außerdem eine Seite hinzugefügt, wo ihr im Speziellen eure Lieblingsgenres durchstöbern könnt. Allgemein gefällt mir das Design von den Seiten nun wesentlich besser. Ich darf nur nicht vergessen, die Übersichten immer zu aktualisieren, wenn ich neue Rezensionen hochlade. ^^

SIDEBAR


Im Großen und Ganzen habe ich etwas aufgeräumt und mir eine schöne neue Leiste mit Follow-Me-Buttons zugelegt. Da ich eigentlich nicht so der Social (Media) Butterfly bin, gibt es da nur LovelyBooks, GoodReads, Blogger und den obligatorischen RSS-Feed. Ich bin immer noch am Überlegen, ob ich mir wieder einen Instagram-Account zulegen sollte, aber ich bin auf Social Media eigentlich immer schrecklich inaktiv. Oder vergesse mein Passwort nach einiger Zeit. :D Außerdem gibt es eine kleine Erklärung zu meinen Übersichtsseiten und mein Blogroll sieht endlich wie ein Blogroll aus!

REZENSIONEN VOM ALTEN BLOG


Ich habe es endlich geschafft, die Rezensionen von meinem alten (nicht mehr existierenden) Blog auf diesem Blog hochzuladen. Falls irgendwer Interesse hat, in denen ein bisschen zu stöbern, habe ich sie unten verlinkt. Da ich für einige Jahre auch überhaupt nicht gebloggt habe, gibt es auch einige Bücher, zu denen ich immer noch eine Rezension schreiben könnte, wenn ich irgendwann mal die Motivation finde. Eigentlich sind alles davon Science-Fiction-Bücher.

Donnerstag, 14. Februar 2019

[Rezension] Die Gustloff - Tatjana Gräfin Dönhoff

INFORMATION

Originaltitel: Die Gustloff
Genre: Historical Fiction
Erstveröffentlichung: 2010, Deutschland
Seitenzahl: 320
Verlag: Bloomsbury

BEWERTUNG


INHALT


Am 30. Januar 1945 ereignet sich das verlustreichste Schiffsunglück in der Geschichte der Menschheit. Das deutsche Passagierschiff Wilhelm Gustloff wird von russischen Torpedos getroffen und versinkt innerhalb von einer Stunde in der Ostsee. An Bord befanden sich 10000 Besatzungsmitglieder und verzweifelte Flüchtlinge, größtenteils Frauen und Kinder aus Ostpreußen. Nur knapp mehr als 1000 von ihnen überleben das Unglück. Dieses Buch erzählt die Geschichte des Untergangs aus Sicht des fiktiven Kapitäns Helmut Kehding; seiner Geliebten, der Marinehelferin Erika Galetschky; seines Bruders Harald Kehding, einem U-Boot-Kommandanten; und der Flüchtlingsfamilie um Lilli Simoneit.

MEIN REVIEW


Nachdem mir Die Flucht von Tatjana Gräfin Dönhoff so gut gefallen hat, habe ich gleich ein zweites Buch von ihr gelesen. Erneut handelt sich sich um die Romanfassung des gleichnamigen Films, den ich allerdings auch nicht gesehen habe. Ich muss sagen, dass mich das Thema des Buches gleich gepackt hat. So oft liest man etwas von der Titanic, doch diese viel schwerwiegender Katastrophe schien im Gegenzug fast in Vergessenheit geraten zu sein.

Auch dieses Buch hat mir sehr gefallen, obwohl "Die Flucht" meiner Meinung nach ein bisschen besser geschrieben war. Die Handlung der beiden Bücher ergänzt sich perfekt, da die Reise der Gustloff eng verknüpft mit der Flucht der Bewohner aus Ostpreußen ist. Kurz vor Ende des Krieges versuchen Hunderttausende von Menschen aus diesen Gebieten vor der Roten Armee zu flüchten. Die Gustloff war eines der Schiffe, die diese Verzweifelten aufnehmen und in Sicherheit bringen sollte. Im Buch erhält man einen sehr guten Einblick in die Verhältnisse am Ende des Zweiten Weltkriegs und wie tief die Verzweiflung der Menschen war. Ein echt beeindruckendes Stück Geschichte, das hier dargestellt wurde!

Die Protagonisten waren mir gleich sympathisch. Besonders das Schicksal der Simoneit-Familie hat mich gepackt, denn Lilli muss nicht nur den Tod ihrer erfrorenen kleinen Tochter verkraften, sondern auch dass ihr 15-jähriger Sohn Kalli versucht wird von der Wehrmacht einzuziehen und an die Front zu schicken. Auch Helmut und Erika waren sehr sympathische Charaktere, während Harald ebenso wie Lilli ein schlimmes, vom Krieg gezeichnetes Schicksal plagte.

Ein Problem dieses Buches waren die sehr verwirrend geschriebenen multiplen Perspektiven. Gerade Korvettenkommandant Petri und U-Boot-Kommandant Harald Kehding konnte ich manchmal nicht auseinanderhalten. Dazwischen wurden auch immer wieder Szenen aus der Sicht von Nebencharakteren geschildert, sodass man sehr leicht den Überblick verliert. Man konnte sich zwar gut in die Charaktere hineinversetzen, aber für mich waren diese dauernden Perspektivwechsel und multiplen Handlungsstränge einfach zu viel. Zwischendurch wirkte das Buch dadurch sehr hektisch. Fast hätte ich deswegen sogar nur 3 Sterne gegeben, aber die sehr spannende Handlung macht es am Ende doch wieder wett.

Auch gestört hat mich das manchmal etwas künstlich wirkende Drama. Während ich die Situation von Lilli und auch der schwangeren Marianne, die beim Untergang in den Wehen lag, authentisch geschildert fand, hat mich das Drama um Erika am Anfang etwas ermüdet. Nicht nur, dass ihr ein Haufen Privilegien zugestanden wurde, nur weil sie die Hauptperson war, sondern da war auch noch ihr verräterischer Cousin und ihre böse Vorgesetzte und ihr übermäßiger Helferdrang, der sie immer wieder in Schwierigkeiten gebracht hat. Insgesamt hätte man die Geschichte des Untergangs besser verpacken können, aber ich kann das Buch trotzdem sehr weiterempfehlen.

Noch eine kleine historische Anmerkung: Warum wurde dem Titanic-Unglück nun so viel mehr Aufmerksamkeit geschenkt? Wirklich zu vergleichen sind die beiden Unglücke nicht, denn das Sinken der Gustloff ereignete sich in Kriegszeiten und war einem direkten Angriff geschuldet. Als größtes Unglück in Friedenszeiten stach die Titanic somit heraus. Auch die magische Atmosphäre des Edwardianischen Zeitalters und die Klassenunterschiede so dicht auf einem Schiff lassen sich nur auf der Titanic finden. Zudem sich sehr viele bedeutende Persönlichkeiten der 1910er auf der Titanic befanden. Dennoch fand ich es sehr gut, dass auch diesem Kriegsunglück mal Aufmerksamkeit geschenkt wurde!
 
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